This is a read only archive of pad.okfn.org. See the shutdown announcement for details.

ODAP_Gruppenarbeit_WS3 Verkehr und Mobilität
Erweiternd zum Wunsch nach Open Data zu Echtzeitdaten wünschen wir uns auch Daten zur Pünktlichkeit von Bus, Bahn & Co.

Idee - https://www.open-data-aktionsplan.de/en/idea/268317/329
Poster - https://www.flickr.com/photos/initiatived21/19143472619
 
Potential
Die Umsetzung dieser Idee führt für die Fahrgäste zu einer Verbesserung der Informationen über die aktuelle Verkehrssituation, die somit für die Reiseplanung herangezogen werden können. Das ist besonders bei intermodalen Reiseangeboten sinnvoll. Diese Daten könnten darüber hinaus für eine langfristige Evaluierung zur Verfügung stehen. Allerdings ist dabei die Datenmenge nicht außer Acht zu lassen.

Herausforderung
Zur Umsetzung dieser Idee ist zu klären wo und bei wem die Echtzeitdaten anfallen und wer die Rechte daran hält (liegen meist bei den verkehrsunternehmen) bzw. ob diese Daten als Open Data veröffentlichbar sind. Oft ist die Weitergabe vertraglich geregelt und steht Dritten selten nur bedingt zur Verfügung. Außerdem stellt die Sammlung dieser Daten eine Herausforderung dar, da die Verkehrsverbünde oft eine Vielzahl von Verkehrsunternehmen koordinieren und dort die Daten in vergleichbarer Qualität zu erheben sind. Auf der technischen Ebene ist außerdem zu berücksichtigen, dass die Umsetzung dieser Idee den Umgang mit großen Datenmengen erfordert.

Vorgehen
Für die Umsetzung dieser Idee sind innerorganisatorische Abläufe anzupassen. Sie erfordert einen Kulturwandel, der die Idee von Open Data in Unternehmen verwurzelt. Zu diesem Zweck sind besonders Hackathons geeignet. Unternehmen steht die Möglichkeit offen, auf Crowd-Daten zurückzugreifen um Pünktlichkeitsdaten zu erheben.

Beteiligte
Neben der Deutsche Bahn AG und den Verkehrsverbünden sind Fahrgastverbände und IT-Unternehmen in die Umsetzung dieser Idee einzubinden. Das Multimo-Projekt hat bereits mit der Sammlung von Pünktlichkeitsdaten aus der Crowd Erfahrung. An diesem Projekt sind schon mehrere Verkehrsverbünde beteiligt.


Bundesstraßenbaustellen: Die Baustellen auf Bundesautobahnen und mautpflichtigen Bundesstraßen sind laut zuständigem Ministerium Open Data. Aber das ist nicht so Open wie man es sich wünschen würde.
Um an die Daten zu kommen muss man sich bei http://mdm-portal.de registrieren (bitte kein Registrierzwang!). Das Registrierformular schreckt "normale" Open Data-Benutzer ab da man eine Organisation angeben muss. Ignoriert man das und gibt sich als Ein-Mann-Organisation aus muss man für die Passwortzusendung eine Fax-Nummer angeben (bitte kein Faxzwang!) Ignoriert man das Faxfeld und gibt eine zweite Mailadresse an bekommt man ein Passwort. Zusätzlich wird einem ein personalisiertes p12-Benutzerzertifikat zugesand. Erst wenn man das in seinem Browser installiert kann man sich nach den offenen Daten machen (kein Zertifikatszwang!).
Das ist kein Open Data wenn man so umständlich an die Daten kommt!!!
Beispiel? http://mobil-bei-uns.de/ verwendet alle bisherigen offenen Datensätze der Städte (soweit parsebar) und ist dran die MDM-Daten zu benutzen. Wenn es denn machbar ist. Also auf jeden Fall wollen sie das.
 
Bericht über Zustand der Verkehrsinfrastruktur: Öffentliche Daten über den Zustand der Verkehrsinfrastruktur und deren Entwicklung sind die Basis für eine seriöse Diskussion über die Planung von künftiger Verkehrsinfrastruktur. Verkehrspolitische Entscheidungen werden dadurch transparent und lassen sich rational begründen oder hinterfragen. Ein öffentlicher Verkehrsinfrastrukturbericht ist als objektiver Wegweiser für Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur bereits lange überfällig.
 

Potential
Ein umfassender bundesweiter Infrastrukturbericht dokumentiert den Status und die Entwicklung der Qualtät der Verkehrsträger. Akuter und künftiger Investitionsbedarf lässt sich so identifizieren. Die öffentliche Verwaltung kann damit im Bürgerbeteiligungsprozess die erforderlichen Maßnahmen nachvollziehbar begründen. Es steigt die Transparenz von Investitionsentscheidungen. Darüber hinaus sind Prognosen für die künftige Leistungsfähigkeit der Verkehrsachsen möglich. Volkswirtschaftliche Schäden durch unerwartete Ausfälle von Infrastruktur, insbesondere von Brücken, lassen sich damit minimieren.

Herausforderung
Die Daten zum Zustand der Bundesstraßen werden häufig nicht in gleicher Qualität und dezentral erfasst. Für die Umsetzung dieser Idee ist ein bundesweiter Standard (z.B. Datex2) flächendeckend durchzusetzen. Daten über den Zustand der Straßen sind mit den bereits vorliegenden Daten aus der Landvermessung zusammenzulegen. Die Qualitätätsentwicklung ist fortlaufend zu dokumentieren.

Vorgehen
Zunächst ist der derzeitige Stand an einer zentralen Stelle standardisiert zu veröffentlichen. Auf dieser Basis werden dann Modelle für die flächendeckende Veröffentlichung historischer, aktueller und Daten zur Verkehrsinfrastrukturplanung entwickelt, von denen möglichst viele Stakeholdergruppen profitieren. Erfassungslücken sind zu ermitteln und zu schließen.

Beteiligte
Die Umsetzung dieser Ideen wird von der Politik angestoßen und der Verwaltung durchgeführt, die bereits zum jetzigen Zeitpunkt viele relevante Daten hat. Wichtige Stakeholder sind außerdem Infrastrukturbetreiber wie beispielsweise die Straßenmeistereien und die Nutzer aus Industrie und Zivilgesellschaft.

Bundesstraßennetz: Ich wünsche mir das Bundesstraßennetz aus Autobahnen und Bundesstraßen als Datensatz.
Sowohl die Shapefiles der einzelnen Straßenabschnitt als auch die teilweise komplizierten Ausfahrten der Autobahnen sind sinnvoll. Ebenfalls Metadaten wie der Zustand des Belages, vergangene, laufende und geplante Sanierungsarbeiten. Geschwindigkeitsbegrenzungen, Fahrbreiten, Fahrspuren, vorhandene Standstreifen, usw.
 
Geodaten von Bundesstraßen und Bundesautobahnen: Bereitstellung von Geodaten und Metageodaten sämtlicher Infrastruktureinrichtungen, die sich in Besitz der Bundesverwaltung befinden in einem offenen Format
 
 
Potential
Diese Daten sind interessant für die Logistik-Industrie, Navigation im Straßenverkehr und die Verkehrsstromleitung. Außerdem profitieren Rettungsleitstellen von diesen Informationen, die derzeit zum Teil auf drei bis vier Jahre alte Datenbestände zurückgreifen.

Herausforderung
Bei der Umsetzung dieser Ideen ist sicherzustellen, dass den unterschiedlichen Anforderungen in Bezug auf die Datentiefe der verschiedenen Nutzer Rechnung getragen wird. Außerdem benötigen alle Anwender den Zugriff auf diesen Datenbestand. Darüber hinaus sind unterschiedliche Zuständigkeiten zu berücksichtigen. 

Vorgehen
Die Erfahrungen von OpenStreetMap (OSM) sind für eine erste Orientierung bzgl. der Detailtiefe hilfreich. Darüber hinaus legt ein Fachgremium (Runder Tisch) fest, mit welcher Priorität zusätzliche Fachinformationen hinzuzufügen sind.

Beteiligte
Der Runde Tisch zur Umsetzung dieser Ideen ist vom BMVI zu initiieren. Dabei tauschen sich Entwickler, Wirtschaftsvertreter, Akteure aus der Verwaltung (z.B. Bundesanstalt für Straßenwesen – BASt) sowie Wissenschaftler aus.

Kommentar vom einem Nutzer der Partizipationsplattform (https://www.open-data-aktionsplan.de):
    Diese Daten müsste es im Laufe der Zeit dank INSPIRE eigentlich Deutschlandweit frei geben. Es sind afaik die jeweiligen "Vermessungsämter" zuständig. http://www.geoportal.de/monitoring2014/DE_gdi-de.html#topic_Theme_AnnexI_transportNetworks


Georeferenzierte Daten zu abgesenkte Bordsteinen entlang von Straßen in Bundesverantwortung: Das erleichtert die Pflege z.B. der wheelmap für barrierefreies Routing sehr.
 
Standardisierte Meta-Daten für die Barrierefreiheit: Informationen zur Barrierefreiheit können verwendet werden, um die Mobilität von Menschen mit Behinderung deutlich zu verbessern. Das können im Wesentlichen folgende Informationen sein:
1. Wie barrierefrei sind Gebäude?
2. Wo gibt es Baustellen?
3. Wie barrierefrei ist der ÖPNV?
Die Informationen können als standardisierte Metadaten zur Verfügung gestellt werden, so dass sie über verschiedene Endgeräte zur Verfügung gestellt werden oder in andere Anwendungen wie OpenStreetMap integriert werden können.
Zur Problemlage: Rollstuhlfahrer benötigen zahlreiche Informationen, um mobil zu sein. Sie müssen zum Beispiel wissen, wie barrierefrei ein Gebäude ist, welche Bahn sie benutzen können oder ob es an einer bestimmten Stelle Baustellen gibt und sie diese Stelle nicht passieren können.
Diese Informationen stehen in der Regel kaum zur Verfügung. Für diese und andere Gruppen ist es deshalb hilfreich, wenn Ihnen Informationen in Form standardisierter Metadaten zur Verfügung gestellt werden.
 

Potential
Die Umsetzung dieser Ideen hat positive Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft, weil jeder Mensch in seinem Leben durchschnittlich ein bis zwei Mal mobilitätseingeschränkt ist. Gerade beim Zugang zum ÖPNV und Informationen zu Baustellen, beispielsweise an Fahrstühlen, haben diese Daten das Potential Reisezeiten zu verkürzen.

Herausforderung
Besonders bei den Informationen zu Baustellen handelt es sich um Daten die sich ständig ändern und immer in der aktuellen Version vorzuhalten sind.

Vorgehen
Zur Umsetzung dieser Idee wird zunächst eine einheitliche Datenbasis definiert. Anhand dieser Definition werden die jeweiligen Datenquellen ausfindig gemacht und zur Verfügung gestellt. Aktualisierungen bei den Datenquellen werden automatisiert an die Plattform gemeldet, die die Daten sammelt. 

Beteiligte
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) könnte als Schnittstelle zu den Organisationen, die die Daten erheben (Datenquelle) fungieren. Außerdem sind Betroffenenverbände und die kommunalen ÖPNV-Betreiber in diesen Prozess einzubinden.


Nutzung von Geo-, Verkehrsdaten und Unfalldaten für Mobilitätsdienstleistungen von OEMs (ähnlich Real Time Traffic) zur Vermeidung von Verkehrsgefahren und Unfällen. Beispielsweise könnte man den Automobilherstellern Daten zur Verfügung stellen, die Fahrzeughalter über Mobilitätsdienstleistungen abrufen können.
Beispiele: Einem Fahrzeugführer wird während der Fahrt angezeigt, welche Gegebenheiten die vor ihm liegende Strecke bzw. Straße aufweist. Nicht nur wie aktuell in vielen Fahrzeugen die erlaubte Höchstgeschwindigkeit, sondern Gefahrenstellen (Unfallstellen, kurvenreiche Strecke, Gefahren durch Wild zu bestimmten Tages- bzw. Jahreszeiten, Nässe und Schneeglätte, überhöhte Frostgefahr, uneinsehbare Stellen, potenzielle Staugefahren hinter Kurven, Schulen und Kindergarten in der Umgebung, Baustellen, etc.). Das was heute teilweise auf Schildern steht, könnte in modernen Fahrzeugen im Navigationssystem oder Head-up Display angezeigt werden um somit als zusätzliche Unterstützung für den Fahrzeugführer zu dienen. Basis dafür sind Vergangenheits- und Real-Time Daten (heute schon im Real-Time-Traffic realisiert).
Ziel: Ausbau von Innovationen mit Open-Data im Bereich Fahrerassistenzsysteme (z.B. analog Spurverlassungswarner).
 

  
Potential
Durch die Umsetzung dieser Mobility as a Service (MaaS)-Idee läßt sich die Mobilität erhöhen und bessere Dienste zur Verfügung stellen. Dadurch werden etwa Verkehrsströme besser gesteuert, Staus vermieden, Verkehrsknoten gelöst und Gefahrenstellen deutlich gemacht. Für die Bürger hat das den Vorteil, dass besonders in Städten die Lebensqualität steigt und Emissionen sinken. Die Wirtschaft profitiert von MaaS durch die Optimierung von Containermobilität und Logistik.

Herausforderung
Zur Umsetzung dieser Idee sind Daten bereitzustellen und zu verknüpfen, die bisher sehr heterogen und auf verschiedenen Ebenen vorliegen. Dafür sind Richtlinien, Prozesse und Big Data Anwendungen zu entwicken, die beispielsweise auch dem Datenschutz Rechnung tragen.

Vorgehen
Zunnächst sind Rahmenbedingungen und Standards zu schaffen durch die möglichst schnell Daten beretisgestellt werden. Bei der Entwicklung der Standards muss darauf geachtet werden, dass keine deutsche Insellösung entwickelt wird. Dafür ist etwa auf das Smart City Projekt des DIN e.V. zurückzugreifen. Da die derzeit verfügbaren Mittel zur Umsetzung dieser Idee nicht ausreichen, sind zusätzliche Fördermittel für die Entwicklung dieser Standards und entsprechender Schnittstellen zur Verfügung zu stellen. Außerdem ist die Umsetzung von der Entwicklung entsprechender Geschäftsmodelle zu begleiten.

Beteiligte
Neben Politik und Verwaltung sind Wissenschaft und Abnehmer (Anbieter von MaaS-Anwendungen), Veredler, Übermittler sowie Erzeuger (beispielsweise die Verkehrsteilnehmer) der Daten in die Umsetzung dieser Idee einzubinden.